Hier in meinem Blog möchte ich Euch einiges erzählen.

Über "Dies und Das"

Geschichten des Alltags, Erlebnisse in der Natur, Träume von meinem Lieblingsland, Geschichten aus der PhotoImpact- Schule und vieles mehr. Lasst Euch überraschen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern und freue mich auf Eure Kommentare. *Angelika*



Dienstag, 15. Mai 2012

Alltagsleben in Kairo...

....in manchen Situationen ein schwieriges Unterfangen.
Zuerst einmal sollte jeder Europäer alles euröpäisches ablegen,
wenn er in Kairo glücklich leben möchte.

Wie schon geschrieben lebten wir auf der Insel Zamalek,
die von vielen Euröpäern bewohnt wurde.
Die Botschaften befanden sich dort und Zamalek gehörte zu den
 vornehmen Orten von Kairo.




Wir wohnten in der "Sharia Bagath Ali" in einen Haus mit 6 Parteien,
 in der ersten Etage.
Zu unserer Wohnung gehörten eine Küche, Bad, Esszimmer, Kaminzimmer,
Schlafraum und Kinderzimmern, also eine große Wohnung, komplett möbeliert.

Die Küche, ja eine Küche eben, nicht zu vergleichen mit unseren Küchen, aber voll nutzbar.
Zu unserem Haus gehörte ein Hausmeister Namens Fahrat mit seiner Frau, die von allen nur Oma Hannan genannt wurde und 5 Kinder. Sie wohnten ausserhalb und hatten im Hinterhaus ein Zimmer, wo sie sich tagüber aufhielten. Oma Hannan war gleichzeitig unsere Haushaltshilfe.




Direkt neben uns hatte Madam Hagida ein kleines Geschäft,
vollgestopft mit allem was es gab.
Sie musste gutes Geld damit verdienen, denn sie hatte oft Gäste zum Essen.
Eine herzensgute Frau, die jedem half, egal ob Mensch oder Tier,
und für alle ein offenes Ohr hatte.
 Davon erzähle ich Euch später mal eine nette Geschichte,

 Eine kleine Apotheke befand sich auch in unmittelbarer Nähe, die gut bestückt war.
 Der Apotheker ein netter älterer Herr mit Brille sprach sogar englisch
und gebrochen deutsch.
 Erstaunt war ich über die Preise, einen Bruchteil von dem was die Medikamente in Deutschland kosten.
 Einen kleinen Supermarkt gabs direkt um die Ecke, für Kleinigkeiten ok,
 aber den großen Einkauf erledigte man im Supermarkt an der "Hassan Sabry"

Alle Wege wurden mit dem Taxi zurück gelegt, die sich durch die Kairener Stadt schlengelten.
Taxis gabs genug, ob sie aber fuhren, das war eine andere Sache.
 Es konnte auch passieren, das das Fahrzeug mitten auf der Kreuzung stehen blieb und nicht mehr fuhr. Staus waren in Kairo an der Tagesordung, und alle Autofahrer hupten und es war das reinste Verkehrchaos.




Auf den Strassen bewegte sich alles, Menschen, Tiere, Autos, Transporter,
Gehwege im Sinne wie hier gibt es nicht.

Die großen Supermärkte, und Fleischereien waren etwas ausserhalb, also wurde Taxi gefahren,
Taxipreise waren nicht vergleichbar mit unseren Preisen.
Die Fleischerei war nur Dienstags geöffnet,
also mußte man seinen Bedarf für die Woche einkaufen.
Am Anfang kam ich gar nicht damit klar, das das Fleisch bei diesen Temperaturen
draussen hing, einfach an Haken und Du konntest es Dir aussuchen.
Von Unterbrechung der Kühlkette hatten diese Fleischer noch nie was gehört.
 Ich wurde schon immer erstaunt beguckt, weil ich das Fleisch in eine Kühlbox packte.

Die Supermärkte waren gut bestückt, Du konntest einheimische Waren kaufen, aber auch internalionale Produkte, die natürlich durch Zoll und Steuern nicht gerade preiswert waren.
Obst und Gemüse kaufte man beim Strassenhändler, die von den Stadträndern  täglich mit Esselskarren in die Stadt kamen, ihre Waren waren immer frisch.
Also warst Du mit deinem Einkauf gut und gerne 2 Stunden beschäftigt...und das ohne Kühltasche... bei diesen Temperaturen, das ging man gar nicht.

Kaum hielt das Taxi vor unserem Haus, kam Fahrat angelaufen und alles nach oben zu tragen und Oma Hannan packte alles aus. Sie wollte sich auch um Wurst und Fleischwaren kümmern, doch das habe ich strickt abgelehnt, was sie gar nicht verstand.
In unserer Küche stand ein riesiger amerikanischer Kühlschrank mit großem Gefrierfach, er hatte seine Jahre auf dem Puckel, klappte aber vorzüglich.
Also fror ich dann den Fleischvorrat nach europäischen Maßstäben ein.

An unserer Küche war die Tür zum Hinterhof, mit einer großen Metalltreppe.
Dort wurde auch immer der Müll (Seballa) hingelegt und die Müllmänner holten ihn ab.
Habe versucht Oma Hannan zu erklären, das diese Tür unbedingt geschlossen bleiben muß, nur zum Müll rausstellen, darf sie geöffnet werden. Denn da gabs von Karkerlaken bis anderes Ungeziefer, alles...
das kam natürlich auch in die Küche, sobald die Tür geöffnet war.
 Ich bin auf totales Unverständnis gestoßen...denn nur wer gut zu Essen hat, da kommen die Karkalaken hin, also ein Zeichen für Reichtum.
Darauf konnte ich aber gerne verzichten.

~/~

Wer als Ausländer im Land leben möchte, meldet sich bei der Botschalft des Heimatlandes mit Adresse an und benötigt regelmässig eine Visa-Verlängerung, ein Unterfangen, was echt ausartet.
 Unsere Visa-Verlängerung stand an und ich machte mich frohen Mutes auf zur "Mugamma"
 das Verwaltungsgebäude am Tahirplatz, in der Nähe des Goethe-Instituts, Museums und Hilton Hotel.





Als ich das Gebäude betrat traf mich bald der Schlag, Reihen von Schaltern und Menschen über Menschen standen in Schlangen dort und ein öhrenbetäubender Lärm.
Na das konnte ja was werden.
Ich stellte mich nun in einer dieser Reihen an und wartete geduldig bis ich an der Reihe war.
Mitlerweile war schon über eine Stunde vergangen.
 Zum Glück konnte ich mich einigermassen verständlich machen, da ich ja den arabisch Kurs besuchte.




Doch die junge Frau verstand nichts, sie begriff nicht, das meine Kids und ich einen anderen Namen trugen, als mein Lebensgefährte, so etwas scheint es in Ägypten nicht zu geben. Sie wollte nun einen Beweiss dafür, das wir zusammen gehören, doch woher nehmen und nicht stehlen.
 Ich hatte zwar alle Geburtsurkunden und Ausweise, doch das reichte ihr nicht.

Ich wusste mir keine Rat und bat anrufen zu dürfen und rief Ramadan
 (ein guter Freund, der immer mit Rat und Tat zur Seite stand)
 an und bat ihn um Hilfe.
Kein Problem, er sprach einige Sätze mit der jungen Dame und plötzlich ging alles ganz schnell.
 Ich bekam nicht nur unsere Visa, nein, ich bekam in allen Pässen rote Stempel,
 ein Dauereinreise-Visa, so das mir der Weg zur "Mugamma" in Zukunft erspart blieb,
bis auf einmal im Jahr, da mußte diese Visa auch verlängert werden.
 "Ramandan sei dank"
Erleichtert und glücklich fuhr ich nach über drei Stunden wieder nach Hause.


~/~

Ein Päckchen zu bekommen ist auch ein Kapitel für sich.
Meine Tochter trug eine Zahnspange und aus Deutschland kam Ersatz.
Ich also zum Hauptpostamt um dieses verdammt kleine Päckchen abzuholen.
Um die Zollgebühren zu errechnen wollte der Beamte wissen, was ich dafür zahlen muß.
Im Päckchen lag ja keine Rechnung.

Ich habe ihm dann versucht begreiflich zu machen, das wir in Deutschland eine
Krankenversicherung haben und nichts dafür zahlen.
Das konnte er natürlich garnicht begreifen und guckte mich mit ungläubigen Augen an.
Die Einheimischen haben keine Krankenversicherung.
Gehen sie zum Arzt müssen sie bar zahlen oder werden nicht behandelt.
Er zog einen anderen Beamten hinzu und es ging eine Weile hin und her.
Ohne Zoll kein Päckchen und ohne Rechnung keine Zollgebühren.

Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich mußte mal auf arabisch laut schimpfen und
andere Mitarbeiter wurden aufmerksam. Unter diesen Mitarbeitern war ein junger Mann, der eine Zeit in Deutschland gearbeitet hatte und das mit der Krankenkasse noch kannte.
Auch er erklärte nun seinen Kollegen, das das so seine Richtigkeit hat.
Diesem jungen Mann habe ich dann gesagt, er soll für etwa 100 DM Zoll berechnen,
das wäre der Betrag, was diese Spange kosten würde ohne Krankenversicherung.
Ein weiteres hin und her und endlich bekam ich einen Beleg, ging meine Zollgebühren bezahlen.
Nach Vorlage der Quittung bekam die Spange meiner Tochter ausgehändigt.
Ihr glaubt es nicht, doch dieses hat zwei Stunden gedauert.

~/~


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

So für heute genug, beim nächsten mal erzähl ich Euch mehr davon.
Schade das es damals noch keine Digitalkameras gab.
Ich hab mal versucht einige Fotos zu scannen und ab zu fotographieren,
die Bildqualität ist nicht so gut, sie leidet. Hab sie noch ein wenig mit PI verbessert.

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Lasst es Euch gut gehen und habt einen schönen und sonnigen Tag,
der Tag gestern war einfach wundervoll.

*Angelika*





Kommentare:

  1. Das hört sich alles sehr interessant an, liebe Angelika.
    Am besten ich komme heute nachmittag noch mal wieder, um alles in Ruhe zu lesen.
    Ja, gestern war ein sehr schöner Tag - schade, dass es nicht mal so bleibt - das Wetter ändert sich wirklich jeden Tag.
    Hab' trotzdem einen schönen Tag und lass' es Dir gut gehen.
    Liebe Grüße
    ~*Laura*~

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  2. Ja liebe Laura, gestern war ein Tag zum Geniessen, habe viele Stunden im Garten verbracht. Jetzt ist die Sonne schon wieder versteckt und es regnet, schade. Das Wetter ist zur Zeit sehr unbeständig.

    Hab einen schönen Tag und lass es Dir gut gehen.
    Liebe Grüße
    *Angelika*

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  3. Du meine Güte, da muss man aber gute Nerven haben, liebe Angelika, toll, wie Du das beschrieben hast. So kann man sich schon in etwa ein Bild vom Alltagsleben machen.
    Danke fürs Erzählen und noch einen gemütlichen Nachtmittag und Abend. Ich koche mir jetzt erst mal eine Kanne heißen Tee :o)). Brrrrrrr - kalt ist sie, die Sophie!
    Mach's gut und liebe Grüße
    ~*Laura*~

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  4. Ja liebe Laura, in manchen Situationen brauchte man echt Nerven. Vielleicht hat sich das in 25 Jahren geändert und der alltag ist einfacher geworden. Ohne den arabisch Grundkurs wäre ich verraten und verkauft gewesen.

    Ja die Sophie hats in sich, es soll auch wieder Nachtfrost geben.

    Ich habe den Kamin an gemacht, es war mir auch zu kalt.
    Dir auch noch einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    *Angelika*

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