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Über "Dies und Das"

Geschichten des Alltags, Erlebnisse in der Natur, Träume von meinem Lieblingsland, Geschichten aus der PhotoImpact- Schule und vieles mehr. Lasst Euch überraschen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern und freue mich auf Eure Kommentare. *Angelika*



Montag, 16. Juli 2012

Kurzgeschichte Nr. 3 aus Kairo

Heute hab ich mal wieder eine kleine Geschichte für Euch,
wie im wahren Leben, hat sie sich zu getragen.

Unser Hausmeister und Reparaturarbeiten...


Wie ich Euch ja schon erzählt habe, wohnten wir in Kairo
auf der Insel Zamalek in der Baghat Ali Street.
Dort gab es wie in allen Häusern einen Hausmeister.
Unser Hausmeister hieß Fahrad und war so etwa 60 Jahre alt.
Seine Pflichten waren sehr unterschiedlicher Art.
Er war für den kleinen Garten hinter unserem Haus zuständig. 
Das Kehren des Bürgersteiges gehörte zu seinen Aufgaben.
Besorgungen jeglicher Art und kleine Reparaturarbeiten in den Wohnungen
gehörten auch zu seinen Pflichten.
Außerdem schleppte er bei unserer Ankunft all unsere Koffer
 in unsere Wohnung und machte sich nützlich.
Für seine Aufgaben bekommt Fahrad sein "Backschich", ein üppiges Trinkgeld.
Er ist verheiratet mit Hanan unsere Haushaltshilfe.
Zusammen hatten sie fünf Kinder.
Soviel zu unserem Hausmeister und nun zu meiner Geschichte.


Seit Tagen hatten wir Schwierigheiten mit unserem Abfluss in der Küche.
Das Wasser lief nur zögerlich ab und eines Abend war es dann so weit...
der Abfluss war ganz verstopft.
Oma Hannan rief ihren Mann nach oben und Fahrad besah sich die Bescherung. 
Hannan, die im Aufspühren von Dienstleistungen, und das dadurch verdiente Geld,
eine Klasse für sich war, setzte sich in der sowieso schon viel zu engen Küche
auf den Fußboden und beobachtete die Tätigkeiten ihres Mannes.
Um keinen Preis der Welt hätte sie unsere Wohnung verlassen,
denn es war ja zu erwarten, das Fahrad
nach getaner Arbeit ein "Bakschich" bekommen würde.

Fahrad schraubte den Abfluss auseinander, stellte fest das dieser verstopft war,
reinigte ihn, machte das Syphon sauber und versuchte alles
zusammen zu schrauben, und so hinzubekommen wie es vorher war.
Oma Hannan gab sachkundige Anweisungen mit einer Lautstärke und einem Ton,
das jedem General Ehre gemacht hätte..
Wir saßen im Wohnzimmer und für uns entstand der Eindruck,
Hannan würde die Reparatur durchführen.
Dies war jedoch ganz und garnicht der Fall,
ab und an warf ich einen Blick in unsere Küche.
Ich konnte nur die Augen verdrehen, bei dieser großen Schweinerei.

Nach etwa einer Stunde sagte Fahrad etwas von "fertig und bis morgen nicht benutzen"
Ich sah mir seine Arbeit an und es sah doch gut aus.
Ich gab Fahrad einige Geldscheine und dachte das Problem sei nun behoben.
Der böse Blick von Hannan traf mich,
denn sie hätte gerne das Geld kassiert und eingesteckt.
Am nächsten Morgen kam die Überraschung....
Ich begab mich in die Küche und machte Frühstück., kochte Eier, wusch
 Obst und Tomaten  und nutze das Spülbecken so,
 wie man es in Deutschland getan hätte.
Im Nu tropfte es und die Küche stand unter Wasser.
Bei näherem Betrachten stellten wir dann fest, das irgendwie die Verbindung
 zum Rohr in der Wand nicht dicht war.
Das Wasser plätscherte munter auf unseren Küchenboden.
Das war zu viel für mich, ich verlies die Küche, rief Ramandan,
wie immer Retter in der Not,
 an und erklärte ihm,
das wir dringend einen Installateur benötigten. 
Er versicherte mir, sich sofort zu kümmern und nach zwei Stunden war
der Schaden behoben und wir konnten  unsere Küche wieder nutzen.

~~~~~~~~~~

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche,
in der Hoffnung, das sich das Wetter mal sommerlich präsentiert,

liebe Grüße
Angelika



Kommentare:

  1. Vielen Dank für die herrliche Geschichte, es war sehr spannend, ich musste leise vor mich hinlächeln...den es kam mir ein Spruch in den Sinn?
    Andere Völker andere Sitten, smile!
    Ich wünsche einen schönen Abend und schicke liebe Grüsse, Bea

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  2. Ja liebe Bea, der Spruch passt, ich freu mich das Dir die kleine Geschichte gefällt. Es ist immer spannend und aufregend in einem fremden Land zu wohnen.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Angelika

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  3. Ich kann mir Oma Hannan bildlich vorstellen, wie sie da auf dem Fußboden trohnt und rumgestikuliert :D Sehr schöne Geschichte!
    Du hast mal in Kairo gewohnt? Das stelle ich mir ja auch sehr abenteuerlich vor.

    LG, Varis

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  4. Ja liebe Varis, ich habe dort eine Zeit lang gewohnt, war abenteuerlich, aber sehr sehr schön.
    Lies mal die anderen Geschichten aus Kairo, dann erfährst Du über die deutsche Schule, von der Visa- Verlängerung und vieles mehr.
    Ich habe im Goethe Institut arabisch erlernt, damit ich mich verständigen konnte....

    Liebe Grüße
    Angelika

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